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Von außen wirkt unser Kloster unscheinbar, wer würde das weitläufige Naturareal hinter den Mauern vermuten? Es ist nicht öffentlich zugänglich, denn wir leben in Klausur. Unser Vorbild ist der Heilige Benedikt, der – so beschreibt ihn Gregor der Große im „Buch der Dialoge (Kapitel 3,7) – „in sich wohnte“ (lat. habitare secum). Daher üben wir uns fortwährend darin, uns dem Schweigen anzuvertrauen – um vom äußeren Tun zum inneren Bei-Gott-Sein zu gelangen.
Dennoch möchten wir Ihnen unseren Lebensraum öffnen – visuell: Herzlich willkommen zu einem Rundgang durch unsere Klosterwelt.-
Schlicht und anmutig zugleich: Die massiven Backsteinmauern, 1894 errichtet und heute denkmalgeschützt, bezeugen unsere Anfänge. Unsere Klosterpforte steht offen für alle, die eintreten wollen, sei es für ein Gespräch oder den Gastaufenthalt, den Erwerb unserer Klosterprodukte oder einer Kursteilnahme.
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Ein unscheinbares Tor und vom Klosterhof aus offen zugänglich: Die Kapelle ist für Sie von morgens bis abends (6:00 bis 19:30 Uhr) geöffnet. -
Inmitten der lärmenden, agilen Stadt erwartet Sie eine Kostbarkeit: Stille, die zur Besinnung einlädt.
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Die volle Pracht – und dem Himmel eng verbunden (daher ist die Decke blau getüncht): Die Architektur und viele sakrale Gegenstände sind im Originalzustand vorhanden, doch die Fenster sind neu. Sie erzählen die Schöpfungsgeschichte und schlagen gestalterisch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. -
Unsere Kirchenbänke nennen sich „Chorgestühl“, sie stehen seit der Einweihung im Jahr 1895 im Schwesternchor (vorne im Bild). Wie viele Frauen haben vor uns dort Tag für Tag gesessen – in Stille, im Gebet, im Gesang? Wir sind dankbar und froh, diese Tradition weiterzutragen.
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Auf dem Retabel, der kunstvoll geschnitzten Altarrückwand, ist die Szene „Die Krönung Mariens“ dargestellt. Sie erzählt von der Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel – und schenkt uns Christen Hoffnung auf die ewige Herrlichkeit. Diese himmlische Perspektive feiert die Katholische Kirche jährlich am 15. August. -
Der Tabernakel ist das Zentrum unseres Gotteshauses: Hier ist Christus in der Gestalt des Brotes (der geweihten Hostien) wahrhaft gegenwärtig. Sein stetes Mit-uns-Unterwegssein zeigt sich auch bildlich. Denn der Schrein erinnert an das Zelt, in dem das Volk Israel das Allerheiligste (die 10 Gebote) durch die Wüste trug.
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Hinter den roten Backsteinmauern trifft man auf einen gotischen Bau. Er atmet einerseits Stille aus – und trägt andererseits tiefe Spuren der Geschichte. Denn der gemusterte Steinboden hat in beiden Weltkriegen Bombeneinschläge erlitten. Die Risse sind uns heute ein stilles Mahnmal für den Frieden.
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Die hohen Decken, die lichtdurchfluteten Flure – unser Kreuzgang führt uns anmutig zu den zentralen Räumen: zur Kapelle, zum Kapitelsaal, zum Refektorium. Die in allen benediktinischen Klöstern übliche viereckige Form steht symbolisch für den Weg des Lebens und der geistlichen Sammlung.
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Das Refektorium (lat: refectorium, der „Ort der Erquickung“) ist der Speisesaal unseres Klosters. Jede Schwester hat in dem schlichten, aber würdevollen Raum ihren persönlichen, festen Platz – in einer „U“-Sitzordnung. Denn wir nehmen die Mahlzeiten stets gemeinsam, jedoch in Stille ein. Dabei liest eine Schwester aus den spirituellen Werken unserer Klosterzweig-Gründerin [verlinken mit der Geschichte Mutter Mechthildes]. Diese Form erleichtert zudem den Dienst am Tisch, wenn die zuständige Schwester uns das Essen reicht.
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Im Kapitelsaal treffen wir Schwestern alle Entscheidungen unseres klösterlichen Lebens, achtsam zuhörend im Kreis. Denn „oft offenbart der Herr einem Jüngeren, was das Bessere ist“, schreibt Benedikt in Kapitel 3 seiner Regel. Seinen Namen verdankt der Versammlungs-, Lese- und Gemeinschaftsraum einer Tradition: Schon vor 1.000 Jahren lasen Mönche und Nonnen täglich an diesem Ort ein Kapitel aus der Ordensregel oder den Schriften der Kirchenväter.
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Unsere Nachbarn werden auch schon mal vom lauten Muhen geweckt – denn hinter dem Haus liegt unser weitläufiger Klostergarten. Hier bauen wir Obst, Gemüse und Kräuter an, halten Bienen – und lassen die Rinder (unsere sommerlichen Gäste) weiden.
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Ein kleines Garten-Kapellchen, versteckt hinter einem prächtig tragenden Apfelbaum: Hier liegt unsere Gründerin, Mutter Josephine von Fürstenberg-Stammheim, begraben. Sie war Priorin von vier Klöstern und lebte kurz vor ihrem Tod hier bei uns in Köln-Raderberg.
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Der Garten und seine Schätze – ein wundervolles Farbenspiel des Herbstes: Wir sind dankbar und immer wieder berührt von der Schönheit der Schöpfung Gottes.
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Eine Kerze für einen lieben Menschen entzünden – oder für sich selbst um Kraft oder Trost bitten: Unser 2018 eingeweihtes Herz-Jesu-Kapellchen ist jederzeit offen für Ihre Wünsche, Sehnsüchte und Sorgen. Die Jesus-Statue im Inneren stammt aus der Gründerzeit unserer Gemeinschaft, denn sie stand bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (in den 1960er-Jahren) auf unserem Hochaltar in der Klosterkirche.
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Da wir ein Stadtkloster sind, legen wir auf unserem Grundstück keine Grabstellen an (ausgenommen die letzte Ruhestätte unserer Gründerin). Daher stellen wir zur Erinnerung unsere verstorbenen Mitschwestern Gedenktafeln auf. Wir halten auf ihnen drei Zeitpunkte ihres Lebens fest: „Von Gott in die Welt“ nennt den Tag ihrer Geburt, „Für Gott in der Welt“ den ihrer Profess und „Zu Gott aus der Welt“ den ihres Sterbetages.
