Schwester werden

Wer sich im christlichen Sinn berufen sieht, fühlt sich gerufen – das klingt einfach, ist es aber nicht: Der Grund, warum sich Menschen entscheiden, Nonne oder Mönch zu werden, ist so facettenreich wie das Leben selbst – und die Wege dorthin sind manchmal gerade, manchmal verschlungen

Auch in unserem Kloster hat jede Schwester ihre eigene Geschichte des Benediktinerin-Werdens, ob von dem berührenden Moment auf der Wandertour in Griechenland, dem bewegenden Buch von einem verfolgten Kind im Dritten Reich oder der tiefen Begegnung im Traum. Manches Mal hat Gott auch seinen Schützling persönlich angesprochen und zu uns geführt oder ihm eine andere Unterstützung geschickt. 

Bereits mit der Taufe berufen

Dabei sind wir – dieses Wissen ist uns Christen nicht immer bewusst – bereits durch unsere Taufe berufen: um Jesus Christus kennen- und lieben zu lernen und den Weg zu gehen, den Er uns schenkt und wir als den richtigen verspüren und annehmen.  

Aber Sie lesen weiter, weil sie mehr über Ihre innere Sehnsucht und die Berufung zur Benediktinerin erfahren wollen? Dann möchten wir Sie herzlich einladen, unser Gast zu sein: Nehmen Sie – im Rahmen einer Besuchsreihe – an unserem benediktinischen Leben teil, erfahren Sie die Liturgie unserer Gemeinschaft, lernen Sie uns Schwestern kennen – um Ihre Entscheidung reifen zu lassen. Dieser Schritt braucht Mut, der nächste noch viel mehr.

Ins Kloster eintreten

 Sind Sie sich sicher, Ihrer Berufung folgen und Ihren Glaubensweg gehen zu wollen, schließen Sie einen Bund mit Gott – und treten in unser Kloster ein. Damit steht das Loslassen und Neugewinnen im Mittelpunkt: Das bisherige Leben mit seinen Aufgaben, Vertraut- und Gewohnheiten will verabschiedet, ein neu ausgerichtetes, inspirierendes und doch fremdes Leben begonnen werden. Dabei begleiten wir Schwestern die Neuankommende mit ganzem Herzen, wie im Psalm 27,14b besungen: „Habe festen Mut und hoffe auf den Herrn“.

Hineinwachsen in drei Phasen

Obwohl „Ordensschwester“ kein Beruf im herkömmlichen Sinn ist, betrachten wir das tiefe Hineinwachsen – sowohl in die Gottsuche als auch Klostergemeinschaft – als eine Ausbildung. Und folgen damit der Regel Benedikts (Prolog 49): „Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“ 

Die spirituelle Ausbildung besteht aus drei Phasen: dem einjährigen Postulat (zum Einfinden), dem zweijährigen Noviziat (zur Erprobung, im Ordensgewand), der fünfjährigen Zeitlichen Profess* (zur ersten Bindung und Gestaltung des monastischen Weges) sowie der Ewigen Profess (zur lebenslangen Bindung und Sichtbarwerdung der beständigen Ausrichtung auf Gott in der Gemeinschaft).

Kontakt

Sr. Agnes ist für Ihre Fragen erreichbar, ob per Mail oder telefonisch (0221 937067-0).